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Die Wiederentdeckung der Kindheit Dr. Michael Winterhoff

Bildunterschrift hinzufügenBildquelle: Gütersloher Verlagshaus
Die Wiederentdeckung der Kindheit
Wie wir unsere Kinder glücklich und Lebenstüchtig machen
von  Dr. Michael Winterhoff
192 Seiten
1. Aufl. 2017
Gütersloher Verlagshaus
ISBN: 978-3-579-08662-0
17,99€


Ein Buch, das jeder der mit Kindern lebt lesen sollte

Dr. Michael Winterhoff hat schon einige Bücher veröffentlicht.
Dieses hier schafft eine Klarheit, die sich nur wenige trauen auszusprechen.
Auch wenn viele wissen, dass in unseren Familien und Bildungseinrichtungen einiges schief läuft werden die, die Kartext reden und nicht konform gehen mit den zur Zeit gängigen bildungspolitischen Ansichten häufig mit Äußerungen wie "Old School", "antiautoritär", " veraltet", "stehen geblieben", "unflexibel" etc. abgestraft. Und das ist dann noch harmlos.
Dr. Winterhoff erzählt eindrucksvoll und für jeden verständlich ( auch für nicht pädagogisch geprägte oder interessierte Erwachsene) was sich in den letzten 20 Jahren und länger in der Entwicklung und dem Verhalten der Kinder und jungen Erwachsenen, verändert hat. Dabei macht er nicht die Eltern mit falscher oder fehlender Erziehung für die Veränderung verantwortlich sondern zeigt anschaulich Entwicklungsprobleme auf. Entwicklungsprobleme, die nicht allein die Eltern sondern die Gesellschaft und die Bildungspolitik hervorrufen.
Zu jeder Zeit wurde Eltern gesagt wie sie am besten ihre Kinder erziehen sollen.
Erinnere ich mich an die Erzählungen meiner Mutter, dann höre ich sie noch von Mütterschulen und klugen Büchern reden, die zur damaligen Zeit um 1965 ein iss für alle waren, die etwas auf sich hielten. Sie sahen diese Tipps ,meist als Ratgeber den man befolgte. Wieso? Wieso so unreflektiert? Wieso als wäre Erziehung eine Religion?
Auch in den Jahrzehnten danach gab es wechselnde pädagogische Richtungen, Leitgedanken, Pädagogen, die meinten alles besser zu wissen.
Realistisch gesehen müssen wir aber feststellen, dass all diese "modernen" Erziehung Stile und Bildungsreformen gescheitert sind.
Das Urvertrauen, der Urinstinkt, die Regeln und Rituale, der Respekt mit denen  Generationen von Kindern in der Vergangenheit groß geworden sind ist verloren gegangen.
Hatten unsere Eltern und auch noch ein Teil von uns Erwachsenen noch den Halt in der Familie mit einer Hierarchie und auch Akzeptanz von Autoritäten ist dies immer mehr in den Hintergrund gerückt.
"Der Erwachsene als Partner des Kindes" ist plötzlich das angestrebte Ziel.
In der Weiterführung wir bildungspolitisch gewollt, das Lehrer zum Hilfesteller und Unterstützer degradiert wird. Frontalunterricht und Autorität ist verpönt.  Selbstlernen, Lerngruppen, Freiarbeit und ähnliches wird angestrebt.
Dabei wird vergessen, das das heranwachsende Kind Halt und Regeln braucht an denen es sich orientieren kann.
Feste Regeln, die eingehalten werden müssen liefern den Rahmen für eine gesunde persönliche und starke Entwicklung, in der Reibung ein Auseinandersetzung ist die gewollt und wichtig ist aber durch den verlässlichen Rahmen Halt gibt.
Dr. Winterhoff vergleicht. Er vergleicht Kinder im Jahr 1990 mit Kindern 2017. Gleiche Situation völlig anders Verhalten der Kinder.
Er schaut hin, beobachtet und analysiert. Er zieht Vergleiche, geht auf Studien ein und zitiert aus Untersuchungen etc.
Er kommt zu der Erkenntnis, dass die heutigen Kinder in der Entwicklungsphase zwischen dem 10 und 16 Monat hängengeblieben sind.
Das ein symbiotisches Eltern/ Kind Verhältnis einen Großteil der Problematik erklärt.
Aber er zeigt auch einen Weg aus diesem Zustand heraus zu Kindern, die wieder Kind sein dürfen, in Freiheit mit Grenzen und Fürsorge.
Zudem zeigt er was sich an unserer Bildungspolitik ändern muss.
Dabei ist das was Dr. Winterhoff uns so anschaulich vor Augen führt nichts Neues.
Es gibt genug kluge Köpfe wie z.B. auch John Hattie, der in einer Metastudie 138 Parameter analysiert hat und eindringlich davor warnt immer mehr Freiarbeit und Eigenverantwortung den Schülern zu ermöglichen.
Da beschweren sich immer mehr Lehrer über unruhige Kinder, unruhige Klassen in denen Unterricht kaum noch möglich ist aber anstatt etwas zu verändern in dem man zurück geht zu dem was vor Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wurde denkt man sich immer neue "modern" Methoden aus, die alles nur noch schlimmer machen.
*
Ein grandioses Buch, dass wirklich jeder lesen sollte, der Kinder hat oder mit ihnen zu tun hat.
*
Ich bin selbst Diplom Sozialpädagogin. Darüber hinaus Mutter von 8 Kindern geboren zwischen 1985 und 2005. Seit 15 Jahren arbeite ich ehrenamtlich in einer Gesamtschule. Seit fast 10 Jahren täglich ganztags. Nicht in Klassen sondern in einer öffentlichen Bücherei, die auch Schulbücherei ist.
Einige meiner Kinder haben bzw. besuchen diese Schule noch.
Ich dachte wirklich lange Zeit ich bilde mir die Veränderungen der Kinder ein. Genau so wir Dr. Winterhoff es anfangs auch dachte.
Erklärungen fand ich nicht. In den letzten 5 Jahren wurde es immer schlimmer.
Als wir im letzten August, die Büchereieinführung der 5.Klässler hatten erlebte ich etwas, was mich zu tiefst erschüttert hat.
Alle 5. Klassen bekommen einzeln eine Einführung in der Bücherei.
Die Klasse wird vom Leiter der Bücherei im Klassenraum abgeholt. Im Lesesaal der Bücherei bekommen die Kinder Informationen zur Bücherei und wie sie sich dort zu recht finden können. Anschließend findet ein Rundgang statt. Die Einführung endet mit einem lockerem Quiz. Jedes Kind bekommt eine Frage zum Erzählten gestellt, die es beantworten soll und erhält dann seinen Bibliotheksausweis.
Noch bis vor 3 Jahren ging dies sehr geordnet und ruhig vonstatten. Dann wurde es immer schwieriger, unruhig, Chaos. Kaum ein Kind hört mehr zu.
Nach dem alle Kinder ihren Ausweis bekommen haben dürfen sie noch etwa 10-15 Minuten in der Bücherei verbringen um etwas auszuleihen. Danach werden sie wieder zurück in die Klasse gebracht.
Nun zum letztem Jahr.
Das es immer unruhiger wird erwähnte ich ja schon.
Man stellt sich darauf ein. Im Gegensatz zu den Lehrern behält der Bibliothekar jedoch seine seit fast 40 Jahren praktizierte Einführung im großen und ganzen bei. Er fordert die Kinder, versucht die Aufmerksamkeit mit lustigen und interessanten Geschichten zu bekommen. Das geht auch gut, nur werden die Kinder zunehmend früher unruhig. Es kommen kaum noch Fragen.
Die Einführungen werden dadurch kürzer.
Bei den Fragen zur Ausweisabgabe wissen nur noch etwa 10 % der Kinder die Antworten. Auch wenn man in eine Gruppe von 5 Kindern nach und nach jedem der Kinder die gleiche Frage stellt kennen sie die Antwort nicht obwohl sie kurz zuvor gesagt wurde.
Keine Show. Sie wissen es einfach nicht.
Aber das ist nicht das was ich erzählen wollte.
Es gab folgende Situation.
Der Bibliothekar hatte während der Einführung im Lesesaal einen Jungen mehrfach zur Ruhe ermahnen müssen. Zum Schluss erklärte er ich, wenn er nicht ruhig wäre dann würde er auch später den Leserausweis nicht bekommen, denn eine der Regel sei es nun mal, dass man sich in einer Bücherei ruhig verhält.
Der Junge antwortete mit :"mir doch egal".
Da er weiter störte bekam er später an der Theke seinen Ausweis nicht. Die anderen beantworteten die Fragen oder versuchten es mit Hilfe der Mitschüler. Plötzlich und unvermittelt fängt der Junge an auf zwei neben ihm stehenden Mädchen einzuprügeln. Das ist eigentlich noch eine Verharmlosung dessen was passierte.
Wir mussten erst um die Theke rum um den Mädchen zu helfen. Diesen Moment nutze der Junge um aus dem Gebäude zu laufen.
Wärend der Bibliothekar mit dem Rest der Klasse in der Bücherei verblieb versorgte ich die beiden Mädchen, wollte sie ins Arztzimmer bringen. Auf dem Weg dorthin kam mir zufällig die Klassenlehrerin entgegen, die sich der beiden Mädchen an nahm. Ich ging in Richtung Klasse um nach dem Jungen zu sehen. Der stand im Flur vor der Klasse. Als ich ihn ansprach schlug er nach mir. Gleichzeitig kam der Schulsozialarbeiter, der sich des Jungen annahm.
Ich gin zurück in die Bücherei um den Rest der Klasse zurück zu bringen.
Zwei Mädchen umklammerten meine Arme. Sie hatten Angst zurück zu gehen. Angst das der Mitschüler wieder käme und weiter schlug.
Ich war der Meinung, dass der Schulsozialarbeiter die Situation klärte. Doch als ich kurz darauf mit den Kindern zum Klassenraum ging war der Junge schon wieder im Flur. Alleine. Als ich ein anderer Junge ihm näherte, es schien ein Freund zu sein, schlug er in die Luft. Wollte nur Ruhe.
Er zitterte und es ging ihm wirklich nicht gut. Nachdem alle Kinder in der Klasse waren ging ich erneut auf den Jungen zu . Er hatte ganz offensichtlich erhebliche psychische Probleme.
Da ich einen autistischen Sohn gleichen Alters habe fragte ich ihn ob ihm der Rummel zu viel sei.
Er blickte kurz hoch aber nicht in meine Richtung. Er zitterte immer noch. Da kam der Klassenlehrer. Sofort wurde der Junge wieder aggressiv. Brüllt , schlug um sich. Der Junglehrer geriet regelrecht in Panik. Ich dachte nur, dass kann doch nicht sein. Da hat der Lehrer Angst vor dem Kind sieht aber nicht die Not des Kindes.  Die Unsicherheit des Lehrer spürte der Junge und herrschte den Lehrer an. Drohte mit Prügel. trat gegen das Bein des Lehrers. Es war klar. Er war der Chef und der Lehrer hatte ihm rein gar nichts zu sagen.
Auch ein herbeigerufener Kollege änderte daran nichts.
Im Auftrag der Lehre ging ich erneut zum Schulsozialarbeiter. Er sollte doch bitte kommen. Der saß an seinem Schreibtisch, die Beine auf dem Tisch und aß ein Butterbrot. Ich bat ihn zu kommen, erklärte die Situation und er sagte:" da kann ich auch nichts machen. Ich hab es ja grade schon probiert."
Ich ging zurück. Der Schulsozialarbeiter kam nicht mehr.
Der Stufenleiter nahm sich des Jungen an.
Ich erfuhr von den Lehrern noch, dass der Junge täglich mehrmals so ausraste und auch Lehrer körperlich angriff.
Man bemühe sich ja um den Jungen aber er wäre ja nur einer unter vielen. Man hätte die Zeit nicht sich um alles zu kümmern.
Eine Hierarchie an dessen Ende der respektierte Schulleiter / Direktor steht gibt es schon lange nicht mehr an dieser Schule.
Die Lehrer agieren mehr oder weniger alleine.
Kaum einer der Schüler kennt den Namen der Schulleitung.
Autorität?
Fehlanzeige.
Der Junge ist immer noch in der Schule. Hin und wieder erzählt ein Kind, dass er immer noch ausrastet.
Ich frage mich was wäre vor 20 Jahren passiert wenn ein Schüler Mitschüler und Lehrer körperlich angreift?
*
Monate später war ich im Gespräch mit der neuen Schulleiterin. Es ergab sich, dass sie sagte, dass sie Respekt erwartet. Respekt hieß bei ihr keine Kritik an Schule oder Lehrern zu äußern.
Ich erklärte ihr, dass die Schüler immer weniger Respekt hätten, da hätte sie schon recht aber Respekt muss beidseitig praktiziert werden. Die Lehrer müssen mit einer klaren konsequenten Haltung sich den Respekt der Schüler erwerben. Respekt ist nicht negativ sondern schließt gegenseitige Achtung mit ein unter Berücksichtigung und Wahrung der Ebenen. Wenn ich als Mutter von einer Lehrerin vor den Schülern massiv runtergeputz werde, so sehr, dass ich mich selbst wie ein Schüler fühle, der etwas ausgefressen hat, dann ist das kein respektvoller Umgang.  Daraufhin legte sie mir nahe unsere Kinder von der Schule zu nehmen weil wir ja nicht hinter der Schule stünden.
Das sagte mir eine Schulleiterin, die grade mal 4 Wochen im Amt war. Sie warf mir, die über 10 Jahre ganztags ehrenamtlich in der Schule war vor nicht hinter der Schule zu stehen nur weil ich es wagte zu sagen, dass es an der Schule kaum noch Respekt auf allen Seiten gäbe.
Wenn heute ein Schüler in der Bücherei sich völlig daneben benimmt. Bücher aus den Regalen zieht und zum Fenster hinaus wirft und der Leiter der Bücherei ihn daraufhin der Bücherei verweist bekommt der Bibliothekar Ärger mit den Klassenlehrern. In Anwesenheit des Schülers bekommt der Leiter von den Lehrern  gesagt, dass er den Schüler nicht aus der Bücherei verweisen darf.
Unglaublich? Nein, kommt mittlerweile fast wöchentlich vor. Die Schüler triumphieren. Selten mal gibt es Aufsichtslehrer die den Bibliothekar stützen und dann den Ärger ihrer Kollegen spüren müssen. Nicht selten mit der Bemerkung :" Bist du verrückt, du kannst doch nicht den Jungen rausschicken. Der Vater ist....... "
Soweit ist es gekommen.
Die Schüler sagen:" Sie können mir gar nichts......., dann zeig ich sie an........, mein Vater ist........"
Und die Lehrer kuschen vor den Schülern.

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Nachdem ich Dr. Winterhoffs neues Buch gelesen habe wird mir einiges klar.
Es ist nicht nur meine Beobachtung.
Auch bei unseren Lesungen in der Kinderbücherei sehe ich immer wieder ein Verhalten, dass mich erschreckt.
Da kommt ein Autor und liest wirklich lebhaft und fesselnd aus seinem Buch und die Kinder gehen hin und holen sich während der Lesung ein Bilderbuch in dem sie dann "lesen". Die Eltern sagen entweder nichts oder und das finde ich absolut respektlos, ist aber wirklich vorgekommen, nehmen ihr Kind auf den Schoß und gucken gemeinsam mit leiser Stimme das Buch an, während der Autor in Interaktion mit den zuhörenden Zuhörern ist.
Wieso gehen die Mütter mit ihren Kindern nicht einfach wenn es ihnen nicht gefällt?
Aber einfach ein Gegenprogramm zu starten da fehlen mir die Worte.
Bewusst sage ich hier nicht bei welchen Autoren das war. Es waren aber namhafte, tolle und leider auch teure Autoren.
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Jetzt bin ich aber auch noch Mutter. Wie oft habe ich mich von anderen Eltern anfauchen lassen, die meinten ich wäre zu unflexibel, man müsse freundschaftlich , partnerschaftlich mit den Kindern umgehen. Auf Augenhöhe. Wenn ich dann erkläre, dass es bei uns klare Regeln gibt werde ich meist gemieden.
Ich bin nicht streng. Ich kann mich auch bei den Kindern entschuldigen wenn ich über das Ziel hinaus geschossen bin, aber ich bin nicht der Ansicht, dass ein Kind immer gleich alles haben muss was es grade möchte. Wenn sie alles kriegen was sie möchten worauf sollen sie sich dann noch freuen.
Meine Kinder machen Wunschlisten, wie früher doch vor Weihnachten bekomme ich keine mehr, denn mein Kinder haben etwas erlebt das sie dazu veranlasst keine Wunschzettel mehr zu schreiben.
Es gibt zu Weihnachten kleine Geschenke, die mit Liebe und Bedacht ausgesucht sind. Ich höre meinen Kindern zu. Kenne ihre Vorlieben und Bedürfnisse. Ich finde Geschenke, die die Kinder gar nicht kannten oder nicht  wie man neudeutsch sagt "auf dem Schirm hatten".
"Wenn ich mir nichts wünsche dann bekomme ich so tolle Geschenke. Ich wusste gar nicht das es so etwas gibt". Oder , "das ist aber toll. Das hab ich auch schon mal gesehen, aber vergessen."

Meine Kinder haben nicht alle Handys.
Mein Mann hat gar keins und ich nur eins, dass ich mit nehme wenn ich unterwegs nicht erreichbar bin aber auf einen Anruf warte oder zurück fragen muss.
Meist liegt es zuhause in einer Tasche wird wochenlang nicht heraus geholt.
Ich gucke nicht täglich in die Mails. Vielleicht einmal pro Woche.
Wer etwas von mir will kann mich anrufen, auf dem Festnetz.
Sehr zu leitwesen der Lehrer, die einen mittlerweile täglich mit Mails über noch neu zu kaufende Lektüren oder ähnliches informieren, und denen ich erkläre, dass ich nicht permanent digital erreichbar bin.
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Es ist doch an uns zu entscheiden, ob man das was scheinbar von der Gesellschaft verlangt wird auch mit macht.
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Als Mutter von 8 Kindern, kann ich Stand heute keinem meiner Kinder mehr guten Gewissens empfehlen Kinder zu bekommen, denn die Fremdeinflüsse auf die Kinder sind enorm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Gesellschaft von heute so verändert, dass es wieder  in eine Richtung geht, die respektvoll miteinander um geht. Sei es in Familien, Kita, Schule oder auf der Straße im Straßenverkehr etc.
Dr. Winterhoffs Buch zeigt, wie einfach ein Wandel vollzogen werden kann, doch ich denke es fehlt an der Bereitschaft der Gesellschaft sich zu wandeln.  Das Wort "Früher " ist geradezu ein Feindbild, dass man nicht in den Mund nehmen darf. Außer vielleicht im Bereich des trendigen "Zurück aufs Land" "zurück zu Natürlich".
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Es gibt Kritik an diesem Buch, der ich mich bedingt anschließe.
Auch wenn das Buch sehr gut geschrieben ist, hat es mich doch gestört so etwa bis zur Hälfte immer wieder zu lesen : "... darauf komme ich später.....".
Auch wenn es in dem jeweiligen Kontext passte störte es mich. Vielleicht fehlte mir die Geduld?
Zum anderen, und das hat mich wirklich sehr gestört, die Zitate sind so klein gedruckt, dass ich trotz Brille Mühe hatte sie zu lesen.
Gut das liegt an meinen Augen aber die Kritik hörte ich öfter.
Zum anderen sagt Dr. Winterhoff immer wieder es liegt nicht an der Erziehung der Eltern , letztendlich sind es aber doch die Eltern, die viel falsch gemacht haben.
Versucht er die Eltern nicht gleich als Schuldige zu outen um die Eltern Leser nicht zu verprellen?
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Ich empfehle das Buch wirklich von Anfang bis Ende genau zu lesen. Bis zur Mitte ist es vielleicht etwas zu sehr analysierend und darstellend aber dann kommen konkrete Hilfestellungen, die den ersten Teil erklären und man erkennt den Sinn des Aufbaus und der Art wie Dr. Winterhoff  seine Botschaft anlegt.
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In unserer Schule kommt trotz massiver Gegenstimmen der älteren Lehrer ab dem Schuljahr ein "neues" Konzept in die Schule. Mehr Freiarbeit, mehr Wochen und sogar Monatspläne. Mehr "freies Lernen", mehr Lernbegleiter statt Lehrer.
Ich frage mich ob es etwas gebracht hätte ihnen das Buch von Dr. Winterhoff und auch das von John Hattie zum Lesen zu geben? Wohl nicht.
Als ich das Buch laß und Richard David Precht erwähnt wurde hatte ich plötzlich ein Bild vor Augen. Das Buch steht als einziges Buch über den Lehrerbriefkästen. Ich hatte mich schon gewundert aber jetzt erklärt es sich, steht Precht doch für die grenzenlos freie Schule.
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Ich wünsche uns allen, dass möglichst viele, umdenken.
Sich Dr. Winterhoffs Buch zu Herzen nehmen.
Wir brauchen eine neue Bildungspolitik, ein Umdenken in der Gesellschaft.
Ein Rezensent dieses Buches
https://www.randomhouse.de/Leserstimmen/472396.rhd?kindOfCover=HC
empfiehlt für Eltern, die ihre Kinder mit Liebe und Konsequenz , entspannt erziehen möchten das Triple-P. Konzept . Dem schließe ich mich voll, und ganz an.
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