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Vom kleinen Waschbären, der nicht wusste, dass er was ganz Besonders ist

Bildquelle: SCM Verlag
Vom kleinen Waschbären,
der nicht wusste, dass er was ganz Besonderes ist
von Kerstin Toepel
40 Seiten
1. Aufl. 2018
SCM Verlag
ISBN: 978-3-417-28818-6
12,99€



Thema Ich- Stärkung
Sinn des Lebens
Freundschaft
für Kinder ab 3 Jahren


Nicht nur Erwachsene fragen sich mal, mehr mal weniger, wieso sie überhaupt auf der Welt sind.
Alle anderen können etwas gut, nur wo die eigenen Stärken liegen, das erkennt man vielfach nicht.
Für Erwachsene ist es oft eine Sinnkriese, die nicht selten in Depressionen mündet.
Aber auch Kinder stellen sich diese Frage. Z.B.  wenn sie etwas gerne machen möchten und dann erkennen, das andere genau das viel besser können. Kinder messen sich mit anderen.
Im Grunde nichts falsches, wenn es nicht dazu führt, dass man resigniert aufgibt und sein Leben in Frage stellt.
Schon früh sollten wir Kindern zeigen, das sie etwas Besonders sind, das sie etwas gut können, das sie eine Bereicherung für uns sind.
Freundschaft ist hier ein ganz wichtiger Aspekt, der neben der Gemeinschaft Familie die größte Rolle spielt.
Ohne Freunde ist das Leben halb so schön, sehr einsam und.....-
Jeder von uns wird den Satz auf seine Weise ergänzen können, so wie es unsere Lesekinder immer machen wenn wir über das Thema "Sinn des Lebens" sprechen.
Der Bereich der Ich-Stärkung, der dem allen zu Grunde liegt ist ein wichtiger Punkt in der Entwicklung eines Kindes und so können wir gar nicht genug Geschichten, wie die vom kleinen Waschbären vorlesen um Kindern zu verdeutlichen, dass jeder auf der Welt seinen Platz hat, jeder gebraucht wird.
Kerstin Toepel erzählt auf wundervolle Weise die Geschichte des sehr lieben, tollpatschigen kleinen Waschbären, der trotz oder gerade wegen seiner Tollpatschigkeit , viele Freunde hat, die er im Laufe des Tages besucht. Alle freuen sich wenn er kommt doch das was sie so alles können, kann er nicht.
Die Mäuse fliegen mit Pusteblumensamen wie ein Fallschirmspringer durch die Luft. Wenn Henry das macht plumpst er nur unsanft zu Boden. Der Bieber nagt aus Holz wunderschöne Figuren. Henry kann auch nagen, auch wenn er sich sehr bemüht, eine tolle Figur entsteht daraus nicht.
So ergeht es ihm bei all seinen Freunden. Sie alle können etwas nur er kann es nicht.
So kommt die Frage auf ....."was kann ich denn?" "... "wozu bin ich nütze?"
In dieser sehr traurigen Stimmung, die Kerstin Toepel in sehr melancholisch, poetischen, etwas geheimnisvollen Bildern visualisiert kommt ein Wolf auf Henry zu, der ihn gleich mit seinem Namen anspricht.
Henry wundert sich. Woher kennt der Wolf meinen Namen?
Der Wolf erklärt es ihm.
Er ist der Hüter des Waldes, der über alles wacht, alles beschützt und immer zur Stelle ist wenn jemand Hilfe benötigt oder traurig ist, so wie Henry.
Sehr liebevoll öffnet er Henrys Herz und Augen für das was er nicht sieht. Er zeigt ihm, dass all seine Freunde nur so viel Freunde mit dem haben was sie tun weil Henry sie dabei unterstützt.
Wenn er sich wie sein Freund der Frosch auf ein Seerosenblatt legt und ins Wasser fällt, weil das Blatt das Gewicht eines Frosches zwar trägt aber nicht das eines Waschbären, dann vertreibt er mit seinem Schwimmen im Wasser die Fische, die sonst immer an den lässig hinab hängenden Froschfüßen knabbern und so den Frosch nerven. Also hilft Henry seinem Frosch. Ohne ihn könnte er nicht so ruhig entspannen.
Ein Beispiel, von dem es im Buch ganz viele gibt.
Am Ende erkennt Henry, dass er ganz und gar nicht nutzlos ist.
Mehr noch, zurück auf der Wiese bei seinen Freunden, braucht dringend jemand seine Hilfe.
Aber wer das ist und was das mit Henry macht´, das müsst ihr schon selbst entdecken.
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Kerstin Toepel erzählt die Geschichte in Wort und Bild.
Neben der erzählenden Geschichte liefern die wundervollen Illustrationen sehr viel kleine Randgeschichten und Informationen, die es zu entdecken gilt. So ist es nicht nur die Visualisierung und damit verbundene Verstärkung der Aussage, der eigentlichen Geschichte sondern die vielen, sehr detailverliebten kleinen Dinge, die das Buch zu etwas Besonderem machen, uns in das Buch förmlich hinein ziehen.
Da gibt es zum Beispiel einen Ameisenhaufen, der aussieht wie eine Burg mit vielen Türmen und kleinen Fenstern.
Zwei Sorten Pilze, die einen genießbar, die anderen giftig. Ein Schild weißt jeweils darauf hin und  bietet uns Vorlesern die Möglichkeit mit den Kindern hierüber zu sprechen.
Da schauen zwei winzige Kulleraugen aus einer Baumritze. Wem mögen die gehören?
Da sehen wir eine Gruppe Pilze an denen eine Leiter sich hoch windet, einen Baumstamm hinauf mit zu einem Loch. Auf einem der Pilze hockt ein kleiner Igel. Ob er in dem Baum wohnt? Ob er die Leiter nutzt um dort hinein zu kommen? Nicht nur diese kleinen Nebenschauplätze begeistern. Auch die unglaubliche Empathie, die die Zeichnungen ausstrahlen. Es sind sehr lebendige, dynamische Bilder, in denen Mimik und Gestik so ausdrucksstark herüber kommen, das selbst kleine Kinder die damit oftmals verbundenen Gefühle sofort realisieren und einordnen können.
Klar, sie fühlen natürlich besonders mit Henry mit, wie er ganz allein im Wald sitzt und ihm die Tranchen herunter rollen. Sie freuen sich aber auch mit den Mäusen, werden agil als wollen sie gleich selbst springen.
Die Illustrationen reißen einen mit, lassen einen aber auch wieder ruhig werden.
Es ist eben das Leben, das einen mal glücklich, mal fröhlich, mal traurig, mal zufrieden, mal ........... werden lässt.
All das spiegelt sich hier wunderbar wieder.
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Die Geschichte vermittelt Botschaften. Diese Botschaften werden im Text deutlich, überdeutlich hervorgehoben. Große, verschnörkelte, fröhlich und dynamisch wirkende Schreibschrift lässt auch, die Kinder, die noch nicht lesen können, erkennen, das hier etwas besonders erzählt wird. Etwas Großartiges,  das eben so grafisch heraussticht.
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Ein wahrlich zauberhaftes Bilderbuch, das zwar nicht von Gott erzählt aber dann doch.
Niemand, der nicht glaubt, sollte sich davon abhalten dieses Buch , diese Geschichte zu entdecken.

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Für all diejenigen, so wie mir, denen Glauben wichtig ist denen sei gesagt das Buch beginnt mit
1.Petrus 4,10
"Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt,
mit denen ihr einander dienen sollt. Setzt sie gut ein, damit sichtbar wird, wie vielfältig Gottes Gnade ist."

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