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Wilma und der Wutknödel

 

     
Bildquelle: Carlsen Verlag
Wilma und der Wutknödel
von Inka Vigh
32 Seiten
1. Aufl. 30. Juni 20250
ISBN 978-3-551-52228-3
Carlsen Verlag
14,00€

Eine einfühlsame,amüsante Geschichte über das starke Gefühl Wut.
Eine Geschichte über einen total vermurksten Tag, an dem sich so einiges aufstaut
und die Wut immer größer wird.
Wie aus einem oberpusmiesen doch noch ein obersupertoller Tag wird.
Mit tollen Hilfestellungen und superschönem kreativem Basteltipp
Ich-Stärkung / Hilfe beim Umgang mit starken Gefühlen.
Für Kinder ab 3,5 Jahren
Wilma hat einen total miesen Start in den Tag.
Erst weckt ihre Mutter sie viel zu spät, dann gibt es statt Lieblingsmüsli-Frühstück eine matschige Banane, die Lieblingssocke wird von der Katze entführt und hat nach dem Versuch, sie wiederzubekommen ein riesengroßes Loch und zu allem Überfluss streitet sie sich im Kindergarten auch noch mit ihrer besten Freundin.
"Oh weia! Die arme Wilma!" sagen viele Kinder beim Zuhören. Jeder kann mit Wilma mitfühlen, denn solche Tage passieren nun mal. Aber damit ist der miese-fiese Tag und damit verbunden das grummelige, stichige Gefühl in Wilmas Bauch noch nicht vorbei.
Und das Schlimmste immer dann, wenn Wilma das Gefühl hat, der Bauch und damit auch sie selbst beruhigt sich wieder gibt es eine neue Situation, die das Wut-Gefühl im Bauch wieder brodeln lässt und es wird von Mal zu Mal intensiver.
Einfühlsam und sehr schön nachfühlbar erzählt Inka Vigh Wilmas Geschichte und verbindet dabei ganz wunderbar Situationen und Gefühle.
Es gibt nicht die eine Wut, es sind die vielen kleinen Situationen, die geprägt sind von etwas wie Enttäuschung, Ärger, manchmal das Realisieren, das man etwas falsch gemacht hat, manchmal, weil man sauer auf jemanden ist, manchmal weil man sich ungerecht behandelt fühlt, jemand gemein zu einem war und manchmal ist es einfach Stress, der ausgelöst wird.
Wenn eins zum anderen kommt, kann aus grummeligen Gefühlen oder Stichen im Bauch sehr schnell mehr werden und es kommt zum Wutausbruch, der sich ebenfalls vielfältig zeigen kann.
Inka Vigh ist es auch hier wirklich prima gelungen, diesen Prozess in Wort und Bild zu vermitteln, wobei den ausdrucksstarken Zeichnungen hier eine besondere Bedeutung zukommt. Sie visualisieren nicht nur die erzählte Situation einschließlich der Gefühlen, sondern vermitteln ein Gesamtbild, in dem die Bildsprache noch einmal mehr wirkt als Worte.
So hören wir zum Beispiel, das sich Wilma im Kindergarten erst einmal besser fühlt.
Wir sehen sie unbeschwert mit ihrem Freund/innen spielen.
Bis sie einen dummen Streit mit ihrer Freundin hat.
Das Grummeln in Wilmas Bauch ist wieder da und ist noch viel schlimmer als vorher.
"Es grummelt so doll, dass Wilma auf einmal mit ihren Füßen....... "(Zitat)
Jedes Kind kann sich in die Situation hineinversetzten und mit Wilma mitfühlen, denn alles ist ganz nah an ihrer Erfahrungswelt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Wilma auch noch von einem Freund angebrüllt.
Und was fühlt Wilma?
Sie fühlt lauter kleine Stiche im Bauch.
Wilma verzieht sich daraufhin allein in die Kuschelecke - ihr Bauch ist ein Riesengegrummel.
Dennoch kommt es noch nicht zu dem großen Wutausbruch.
Als sie von ihrem Papa abgeholt wird, geht es ihr etwas besser.
"Ihr Bauch ist ein bisschen ruhiger, aber tief drinnen brodelt noch etwas" (Zitat) besonders wenn sie an den Streit zurückdenkt.
Zuhause angekommen verkündet der Vater ihr, dass er noch telefonieren muss. Wilma weiß nichts mit sich anzufangen, ist sauer und
"...ihr Bauch drückt jetzt so doll, dass es schon richtig wehtut." (Zitat)
Dann tut sie sich auch noch leicht weh.
Ihr ahnt es bestimmt, es bahnt sich ein Wutausbruch an.
Es hat sich einfach zu viel angehäuft.
Ärger, Enttäuschung, Traurigkeit .... alles hat sie erlebt und dann ist es auch mal einfach zu viel.
"Ihr Bauch fühlt sich an, als würden darin Knallfrösche explodieren." Doch dann steht da plötzlich ein seltsames Wesen vor ihr.
Es ist ein Wutknödel.
Ihr Wutknödel,
und genau der bringt die Wende in Wilmas pupsmiesen Tag.
Der Wutknödel erklärt ihr, dass Wut ein Gefühl ist, "das in dir entsteht, wenn Sachen passieren, die dich ärgern. Oder alles so verfusselt anders ist, als du es dir vorgestellt hast." (Zitat)
Der Wutknödel besteht aus lauter kleinen Ärgerfäden, die zusammen zu einem Wutknödel wachsen.
Was dann genau passiert, verrate ich noch nicht, nur so viel, die beiden haben irgendwann richtig viel Spaß und Wilma lernt einige Tricks, wie sie zukünftig reagieren kann, denn eines ist klar, es wird immer wieder mal vorkommen, dass sie zu spät aufstehen, das Frühstück anders ist als erhofft, sie mit jemandem streitet, enttäuscht ist oder….
So lernt Ella das Wut völlig okay ist, dass Enttäuschung wehtut, aber das man keine Angst vor all den dummen Gefühlen haben muss, weil es Möglichkeiten gibt, die Wut zu kanalisieren.
Wilmas echt mieser Tag endet dank des Wutknödels doch noch richtig schön.
Und wir, wir bekommen einen ganz tollen Wutknödel Basteltipp.
Inka Vigh hat sich hier einem wichtigen Thema angenommen.
Mit ihrer Geschichte hilft sie Kindern ihr starkes Gefühl der Wut besser kennenzulernen, zu verstehen, und gibt gleichzeitig Hilfestellungen an die Hand, wie man besser mit diesem Gefühl umgehen kann.
Und so ist es ein Buch, das Kinder sehr schön in ihrer Entwicklung und dem sich selbst kennenlernen unterstützen kann.
Die Geschichte schafft auch Verständnis, regt zu Gesprächen an und kann in einer unmittelbar akuten Situation sogar tröstend wirken. Wichtig ist, dass Kinder erfahren und lernen, dass auch schlechte Gefühle zum Leben dazugehören und man keine Angst vor ihnen haben muss. Es ist okay, wütend zu sein. Und wenn man dank der tollen Tipps in der Geschichte und vom Wutknödel weiß damit umzugehen, ist es schon gar nicht mehr so schlimm. "Auf Regen kommt Sonne", sagt meine Oma und "ohne Regen kein Regenbogen", sagte ein kleiner Junge im Nachgespräch.
Wie wahr!
Und genau das spüren wir in Wilmas Geschichte, die bei aller miesen-fiesen Gefühle sehr amüsant ist und mit dem Auftreten des Wutknödels auch eine schöne Leichtigkeit bekommt, die auch die Leser trägt.
Zum Abschluss gibt es noch einen tollen Basteltipp, den selbst kleine Kinder leicht umsetzten können.
So habt ihr hier ein Buch zum Thema Wut / Ich-Stärkung, dass nirgendwo fehlen sollte, wo es Kinder gibt.

Mehr Infos zum Buch bekommst du auch auf der Seite des Carlsen Verlag. Der Link führt hin.
 
Kurzinfo
Am 30. Juni 2025 sind im Carlsen Kinderbuch Verlag einige ganz tolle neue Bilderbücher herausgekommen. Eines davon ist #wilmaundderwutknödel von Inka Vigh. Auf einfühlsame aber auch sehr amüsante Weise erzählt sie von Wilma und ihrem miesen Start in den Tag. Fiese Gefühle stauen sich auf. Mal werden sie etwas kleiner, sind vielleicht schon fast weg, doch dann kommt eine neue Situation, die sie (über)fordert und die miesen, grummeligen, stichigen Gefühle sind wieder da, ja sogar noch etwas stärker wie vorher. Die Wut in ihr droht zu explodieren und genau in diesem Moment taucht der Wutknödel, ihr Wutknödel auf und .....
Es ist ein richtig toll erklärendes Buch mit vielen Tricks und einer supersüßen Bastelidee.
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Ergänzende Basteltipp- Erweiterung
In der tollen Anleitung zum Basteln eines Wutknödels seht ihr, wie leicht es ist, einen Wutknödel zu basteln.
Da die Kinder immer wieder angemerkt haben, dass der Wutknödel doch Arme und Beine braucht, sind wir kreativ geworden. Das einfachste ist ihm Arme und Beine mit Pfeifenreinigern zu basteln.
Es geht aber auch noch etwas anders. Ein Vorschulkind hatte eine tolle Idee, die ich euch hier auch noch vorstellen möchte.
Ihr nehmt 2 (wer es dünner möchte 1) 2 m lange Wollfäden und legt sie doppelt.
Den einen doppeltgelegten Faden legt ihr um die mittlere Gabelspitzen und legt sie nach unten zum Gabelstil hin. Den anderen doppeltgelegten Faden wickelt ihr so in die Gabelzacken, dass sie rechts und links wie ausgestreckte Arme gleichlang herausschauen.

Nun nehmt ihr noch einen Faden von etwa 50 cm und legt ihr zwischen die Gabelzinken, so wie es in der Anleitung im Buch auch zu sehen ist. Damit habt ihr vier Fäden nach unten liegend. Dann beginnt ihr wie in der Anleitung im Buch einfach damit Wolle um die Gabel zu wickeln. Dabei müsst ihr immer wieder so wickeln, dass die "Arm"-Fäden von oben und unten gewickelt wird. Wenn ihr genug gewickelt habt, nehmt ihr den einen Teil des kurzen Fadens und folgt der Anleitung im Buch.
Am Ende habt ihr einen Ball (Wutknödel) aus dem rechts und links und unten lange Fäden herausschauen.
Nun nehmt ihr eine Häkelnadel, macht eine Schlaufe ganz nah am Knödelkörper und häkelt eine Maschenkette.
Wenn ihr mit Doppelfäden arbeitet, ist gleich eine schöne Stabilität gegeben, sodass ihr keine zweite Reihe drüber häkeln müsst. Arme und Beine werden gleich gearbeitet.
Und wenn ihr Hände und Füße möchtet, stecht in die letzte Masche einfach mehrfach ein und häkelt eine kleine Verdickung.