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Zusammen sind wir bärenstark – Vom Streiten und Versöhnen

 

Bildquelle: Karibu Verlag
Zusammen sind wir bärenstark
Vom Streiten und Versöhnen
von Kai Haferkamp
Illustriert von mareike-ammerskens 
32 Seiten
1. Aufl. 04.Februar 2026
ISBN: 9783961294626
Karibu Verlag
14,99€
Freut euch auf eine emotionale, spannende Geschichte über innige Geschwisterliebe und einen dummen großen Streit.
Vom Streiten und Versöhnen.
Für Kinder ab 4 Jahren

Streit kommt immer mal vor, doch was, wenn es so richtig kracht und sich danach beide schlecht fühlen? Was, wenn eine Entschuldigung oder Versöhnen unmöglich erscheint?
Kai Haferkamp hat genau das in seiner wundervollen Geschichte aufgegriffen und erzählt uns von Yari und Yuki, zwei Bärenkinder/ Bärengeschwister, die sich heiß und innig lieben. Alles machen sie gemeinsam. Selbst bei Wettrennen kommen sie immer gemeinsam ins Ziel und auch die Naschvorräte teilen sie geschwisterlich.
Man könnte sagen, sie sind ein Dreamteam.
Doch dann passierte etwas, womit beide nicht gerechnet hatten.
Als sie an diesem Tag ein Wettrennen machen, nimmt Yuki eine vermeidliche Abkürzung. Nur dummerweise versperrte da plötzlich eine stachelige Brombeerhecke den Weg und dann…., sodass es viel länger brauchte am Treffpunkt anzukommen als gedacht.
Man kann sich gut vorstellen, wie Yuki sich da fühlte. Aber damit nicht genug, das Schlimmste kam noch, denn als Yuki endlich ankam, saß Yari schon im Baumstamm und schleckte ganz genüsslich an einer Honigwabe, die sie neulich gemeinsam aus dem Bienenstock gemopst hatten.
Die Wabe war leer. Nur noch ein paar Tropfen Honig klebten an Yaris Pelz.

Für Yuki war nichts mehr übrig.
"Aber wir wollten doch teilen.
Du bist so gemein!"

Yuki traten vor Wut und Enttäuschung die Tränen in die Augen.
"Du bist doof." (Zitat)
In diesem Moment tat es Yari schon furchtbar leid.
Es war einfach passiert. Der Honig war einfach zu lecker und plötzlich war die Wabe leer.
"Das war wirklich nicht böse gemeint."
Nun standen Yari die Tränen in den Augen.
"Wir könnten doch gemeinsam eine neue suchen." (Zitat)
Leider prallt sowohl die Erklärung als auch das Angebot eine neue Wabe zu suchen an Yuki ab.
"Ich wünschte, ich wäre allein und es würde dich dar nicht geben."
"Ich will dich nie wieder sehen! Nie, nie wieder. Hau bloß ab!" (Zitate) brüllt Yuki.
Und auch wenn man Yukis Enttäuschung / Wut verstehen kann, die Reaktion ist schon sehr heftig.
Kinder kennen solche Situationen und können sich mit ihren bereits gemachten Erfahrungen wunderbar in Yuki hineinversetzten. Genauso können sie aber auch Yaris Reaktion verstehen. Aus ruhiger, aber abprallenden Entschuldigungsversuchen wird nach diesen Beschimpfungen ebenfalls Wut und es fallen auch von Yari gemeine Sätze.
Der Streit artet ganz gewaltig aus.
Danach verziehen sich beide in die Höhle. Aber jeder versucht möglichst weit von dem anderen entfernt zu bleiben.

Kai Haferkamp beschreibt ganz wundervoll, wie sich beide fühlen. Wie Wut und Enttäuschung ständig mit Vermissen und schlechtem Gewissen ringen.

In dieser Nacht konnte keine wirklich schlafen.
Beim ersten Morgengrauen des nächsten Tages hielt es Yuki nicht mehr aus und verließ die Höhle, um einen klaren Kopf zu bekommen. Danach war klar, Yuki musste sich bei Yari richtig entschuldigen, doch das klappt erst einmal nicht, denn bei der Rückkehr war Yari weg.
"...Ob Yari das wörtlich genommen und wirklich weggelaufen war? Für immer…?"(Zitat)
Sofort macht sich Yuki auf den Weg Yari zu suchen.
Was Yari und Yuki unabhängig voneinander erleben, welche Gedanken sie umtreiben und wie emotional sie werden, davon erzählt der weitere Geschichtenverlauf, an dessen Ende ein wundervolles Happy End steht.
Durch die ausführliche Schilderung der Gefühle werden die Leser tief mit in die Emotionen genommen und selbst oft sehe emotional.
Im Laufe des Vorlesens wird man feststellen, dass die Kinder mitunter viel mehr kommentieren als bei anderen Geschichten. Was manche Vorlesende als störend empfinden ist in diesem Fall aber unglaublich wichtig. Man sollte hier beim Vorlesen ganz bewusst kleine Pausen einlegen und die Kinder zu Wort kommen lassen, denn zum einen ist die Geschichte sehr intensiv und länger, als manch andere und zum anderen ist es enorm wichtig, dass die Kinder ihre Emotionen kanalisieren können, um weiter fokussiert zuhören zu können.
Dies ist keine Geschichte, die man mal eben so vorliest.
Hier fühlt man stets und ständig mit, und das geht auch Erwachsenen so.
Ein kleiner Austausch zwischendurch ist daher gut und wichtig.
Die Kinder erleben, Yukis und Yaris innere Zerrissenheit, die Wut und Enttäuschung, die Trauer, das schlechte Gewissen, die Sehnsucht nach dem anderen aber auch die Erleichterung und Freude "hautnah" mit, sodass sie letztendlich auch viel aus der Geschichte mit hinausnehmen.
Dass die Kinder den Handlungsverlauf so intensiv miterleben, liegt aber nicht nur an dem fantastischen Erzählstil, sondern auch an Mareike Ammersken Zeichnungen, die durch ihre Ausdrucksstärke die Gefühle und Emotionen der erzählenden Geschichte aufgreifen und absolut perfekt widerspiegeln. So wirkt auf die Kinder nicht nur das gehörte Wort, sondern auch das Bild.
Die Bilder transportieren aber nicht nur den Handlungsverlauf und lassen die Gefühle miterleben sie lassen auch ganz viel Schmunzeln, denn auch wenn der Streit hier ein zentrales Thema ist, das Miteinander, das innige Verhältnis und der Spaß, den sie zusammen haben kommt, in dieser Geschichte und den Bildern nicht zu kurz, denn im Laufe der Suche erinnern sich beide unabhängig voneinander an viele schöne und auch lustige Momente.
Und wie wir ja schon zu Beginn der Geschichte erfahren, hatte es zuvor ja auch noch keinen Streit gegeben.
Beide sind sich einig, so einen dummen, blöden Streit soll es nicht mehr geben.
"Geschwister sind das Beste auf der Welt…!" (Zitat)
Und wer weiß, vielleicht ist diese Geschichte ja auch ein Weckruf an streitende Menschenkinder. Reichlich Gesprächsstoff liefert sie auf jeden Fall.

In diesem Sinne wünsche ich euch genauso viel intensiven Lesespaß, wie wir ihn hatten und haben.
Mehr zum Buch erfährst du auch auf der Seite des Verlags. Der Link führt hin: