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Der überraschende Weihnachtsbrief

Bildquelle: Magellan Verlag
Der überraschende
Weihnachtsbrief
von Annette Amrhein
mit Bildern von Sabine Straub
32 Seiten
1. Aufl. 2018
ISBN 978-3-7348-2040-3
Magellan Verlag
14,00€


Eine Geschichte über das Klein sein und einen ganz besonderen Brief
Für Kinder ab 2,5 Jahren

"Klein sein ist doof!"
Das sagen viele Kinder und haben damit auch recht.
Nie traut man ihnen etwas zu und oft steckt man einfach zurück.
So geht es auch den beiden Protagonisten dieser Geschichte.
Nun wundert sich der ein oder andere vielleicht, dass es sich hier um zwei Hauptfiguren handelt, wo der kleine Waschbär doch recht groß auf dem Cover abgebildet ist und man meinen könnte es ginge nur um ihn. Wer jedoch genau hin schaut sieht den eigentlichen Helden der Geschichte. Den kleinen Zaunkönig.
Erst einmal jedoch lernen wir Puck, den kleinen Waschbären kennen, der einen ganz besonderen Weihnachtswunsch hat. Er möchte einmal einen eigenen Brief bekommen. Immer sind die schönen bunten Briefe für die Großen. Er wird zwar stets mit Grüßen bedacht doch an ihn schreibt leider keiner. Als die Waschbär Mama vom Wunsch ihres Kleinen hört hat sie eine Idee. Sie schreibt einen Brief an den alten Bären, der so gerne Briefe schreibt und der erinnert sich noch gut an seine Kindheit. Er hat ein Herz für die Kleinen und so schreibt er Puck eine besonders schönen Kartenbrief.
Gleichzeitig wartet ein kleiner Zaunkönig sehnlichst darauf auch mal einen Brief auszutragen. Immer heißt es er sei zu klein.
Da der alte Bär aber ein Herz für die Kleinen hat gibt er dem Zaunkönig Pucks Brief.
Ob so ein kleiner Kerl den großen Brief wirklich zustellen kann?
Ihr werdet es erfahren wenn ihr diese wundervolle weihnachtliche Geschichte selbst entdeckt. Eins kann ich aber schon verraten. Der kleine Zaunkönig hat es nicht leicht, es wird sogar gefährlich. Wir begleiten den kleinen Vogel auf dem Weg zu Puck und erfahren gleichzeitig wie Puck sich auf Weihnachten vorbereitet.
Es ist eine sehr gefühlvolle, liebevolle Geschichte, die sich in die Welt der Kleinen hinein versetzt, mit der sich Kinder identifizieren können.
Gleichzeitig erfahren sie, dass es sich lohnt ein Ziel zu verfolgen. Das man sich nicht unterkriegen lassen soll auch wenn es mal schwierig wird. Unabhängig von den beiden Protagonisten und ihre Erlebnisse ist es wunderbar mit zu erleben, wie schön es ist wenn man Freunde hat und in einer Gemeinschaft lebt, die viel miteinander macht und sich gegenseitig hilft. Viele Kinder kennen ein solches Miteinander schon gar nicht mehr. Einige noch nicht einmal innerhalb der Familie. Dank der zauberhaften Illustrationen von Sabine Straub erleben wir dieses Gemeinschaftsgefühl genauso wie die weihnachtliche, winterliche Stimmung, die Sehnsucht und die Anstrengungen und Gefahren sehr unmittelbar und intensiv. Durch ihre Bilder wird die Geschichte lebendig. Mit viel Liebe zum Detail und einer wunderbar harmonischen Farbwahl verzaubert sie uns. "Beim Betrachten der Bilder wird einem ganz warm ums Herz", sagte ein kleines Mädchen neulich zu mir und auch die Senioren in unserer Leserunde stimmten diesem bei.
Eins jedoch fanden die Kinder nicht so schön an der Geschichte. Heißt es da doch, als der Bär den Brief dem Zaunkönig gibt: "Er hatte nämlich ein großes Herz für kleine Tiere.
Und darum machte er nun einen Fehler."
Dieser Satz sorgte bei den 5 bis 7 Jährigen für großen Unmut und Empörung. "Wieso ist das ein Fehler?" "Denkt der Bär er macht einen Fehler?" "Wieso schreibt der Erzähler das? Dann traut er dem Zaunkönig ja auch nichts zu.!" Wir vertagten die Diskussion bis zum Ende der Geschichte. Doch nun konnten die Kinder den Satz noch weniger verstehen. "Der Brief ist doch angekommen. Der kleine Zaunkönig hat sogar sein Leben riskiert damit der Brief ankommt."
Es war eine angeregte Unterhaltung an dessen Ende sich alle Kinder einig waren, den Satz hätte es nicht gebraucht. Doch zumindest hat er dazu geführt, dass wir mit recht jungen Kindern einmal über das schreiben von Geschichten und die richtige Ausdrucksweise geredet haben. Ein Aspekt, den ich bei der Auswahl der Geschichte nie im Sinn hatte. Aber so ist das nun mal. Manchmal kommt alles anders als geplant. Denn geplant war das Basteln eigener Karten und Briefe für kleinere Geschwister oder Familienmitglieder. Das machten wir dann etwas später.
 
Der Wunsch nach eigener Post, den hatte nicht nur Puck in unserer Geschichte sondern auch viele unserer kleinen Zuhörer. Gut, das wir unsere Senioren haben. Die haben gebastelt und geschrieben und nun werden unsere Kleinen zu Nikolaus ihre ganz persönlichen Briefe in der echten Post der Großen finden.
"Der überraschende Weihnachtsbrief" ist eine wundervolle Geschichte für die Vorweihnachtszeit aber auf Grund der Thematik ein Buch, das bei uns nicht im Weihnachtsarchiv einquartiert wird sondern die wir mit Sicherheit auch über das Jahr verteilt immer mal wieder vorlesen werden.
 
Übrigens es gibt ein weiteres wunderschönes Weihnachtsbuch von Annette Amrhein und Sabine Straub
Bildquelle: Magellan Verlag
Mehr zu diesem Buch erfahrt ihr hier:
 
 
 Und mehr Infos zu diesem Buch gibt es hier:
 
 
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