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Opa Bär und Kleiner Bär suchen die Wildnis

Bildquelle: Dragonfly
Opa Bär und kleiner Bär 
suchen die Wildnis
von Cecilia Heikkilä
32 Seiten
1. Aufl. 26. September 2023
ISBN: 9783748802266
Dragonfly
15,00€
Auf euch wartet ein unglaublich stimmungsvolles, sehr intensives Bilderbuch
Abenteuerlich, sehr naturverbunden , mit viel Zweisamkeit 
Einem wundervollen Blick ans Himmelszelt und zu den Sternbildern
 mit einer starken Botschaft
für Kinder ab 4 Jahren
Der kleine Eisbär findet eines Tages eine alte Postkarte. Eine sehr alte Postkarte, die sein Großvater vor langer, langer Zeit an seine Lieben daheim schrieb. Der kleine Eisbär war fasziniert von Motiv auf der Karte. Er läuft zu seinem Großvater, um mehr über die Karte zu erfahren und so erfährt der Kleine von dem einstigen Traum des nun alten Bären, einmal die ganze Welt sehen zu wollen, besonders die Wildnis. Und so zog er damals aus der Wildnis zu suchen und er fand sie.
Der Bär ließ sich alles erzählen und was er da erfährt, weckt in ihm den Wunsch diese Wildnis auch einmal erleben zu wollen.
In der nächsten Zeit bereiteten die beiden sich akribisch auf die große Reise vor, was die Künstlerin Cecilia Heikkilä in mehreren Bildausschnitten ganz wundervoll einfängt. Und dann geht tatsächlich irgendwann die Reise los, auf die der kleine Eisbär uns Leser, wie auch schon bei den Vorbereitungen persönlich mitnimmt. Den Kleinen als Ich-Erzähler fungieren zu lassen ist eine wundervolle Idee, da die Handlung, geprägt mit den Eindrücken des Bären damit sehr nah an den Leser rückt. Die meiste Kinder beschreiben diese Nähe mit: "Ich hatte das Gefühl er erzählt es nur mir und ich bin direkt dabei".

Genauso ist es.
Und so geht es für uns als stille Reisebegleiter zunächst mit auf ein Schiff, mit dem die beiden viele Tage unterwegs sind. Als sie wieder festen Boden betreten, sieht erst einmal so gar nichts aus, wie der kleine Bär es sich vorgestellt hat, und auch seinen Großvater scheint sichtlich irritiert. Von der Wildnis ist weit und breit nichts zu sehen.
"Die Luft stank nach Abgasen, und es war furchtbar viel los..."(Zitat)
Als sie in einem Laden nach der Wildnis fragen, bekommen sie zwar einen Hinweis, doch wohl ist dem Großvater nicht. Alles ist fremd, alles hat sich so negativ verändert, doch der kleine Eisbär macht ihm Mut. Voller Vorfreude folgen sie ihrer Karte, was Cecilia Heikkilä wieder in unglaublich ausdrucksstarken Bildern einfängt.
Tatsächlich finden sie den vermeidlich magischen Platz in der Wildnis, auf den sich beide so gefreut haben. Zumindest zeigte Großvater Eisbärs Karte das. Doch das, was sie da sehen ist alles andere als magisch, denn sie stehen vor einer Landschaft, die nicht mehr erahnen lässt, wie schön es dort einmal gewesen sein muss. Nur noch kurze Holzstümpfe sind Zeuge dessen, dass hier einmal Bäume gestanden haben.

Es ist ein Bild des Grauens und nicht der Schönheit der Wildnis. Scheint damit ihre Reise jäh zu Ende zu sein?
Nein, mit Nichten, denn jetzt beginnt es erst, denn während sie noch traurig auf den abgeholzten Landstrich schauen, kommen die wildesten Tiere, die der kleinen Eisbären jemals gesehen hat auf sie zu. Und damit beginnt ein Abenteuer, wie es schöner kaum sein könnte, denn die Tiere sind führen sie auf einer langen Wanderung in die Wildnis. 
Auf euch warten atemberaubende Schilderungen und genauso atemberaubend schöne Illustrationen, die wirklich ein Gefühl dafür bekommen lassen, wie besonders die Natur ist. Die Magie der unberührten Natur, der Nacht mit Blick auf dem unendlichen Sternenhimmel, in dem auch die Sternenbilder funkeln, die Großvater Eisbär seinem kleinen Enkel erklärt und vom magischen Licht der Nordlichter umhüllt wird hat Cecilia Heikkilä so wundervoll eingefangen, dass man sich von den Bildern gar nicht lösen mag.

Für den kleinen Eisbären gehen die Sommerferien und sein erstes Wildnis-Abenteuer zu Ende. Sein Großvater jedoch, der wird an diesem magischen Ort bleiben. Wieso, dass verrate ich noch nicht, aber keine Sorge, er stirbt nicht. Der kleine Eisbär kehrt zurück. Er hat ein Ziel vor Augen und dafür muss er einmal zur Schule gehen.
Auf euch wartet eine unglaublich intensive, ganz wundervoll erzählte Geschichte, eingefangen und begleitet von grandiosen, stimmungsvollen und genauso intensiven Bildern, die einem zum einen ein Gefühl für die Schönheit der Natur erleben lassen, aber auch mahnen. Wenn wir die Natur nicht beschützen, wird es sie bald nicht mehr geben. Die Tiere kennen die Wildnis. Geheime Plätze, unberührte Natur. Der kleine Eisbär erzählt uns seine Geschichte. Nimmt uns mit auf seine Reise und wir verstehen, wieso es ihm so wichtig ist, dass wir davon erfahren.
Die Kinder werden auf wunderbare Weise sensibilisiert. Sensibilisiert, die Schönheit und Besonderheit der Natur wahrzunehmen und zu erkennen, welch ein Schatz sie ist. Einen Schatz, den es zu behüten und zu beschützen gilt.
Dieses zauberhafte Bilderbuch ist weitaus mehr als einfach ein zauberhaftes, wundervoll erzählt und illustriertes Bilderbuch. Es ist ein Buch zum Träumen, ein Buch, dass eine wundervolle Generationengeschichte erleben lässt, ein Buch, dass Augen öffnet und mahnt. Ein Buch, dessen Geschichte unbedingt weitergetragen werden sollte. Deshalb würde ich mir wünschen, dass es in viele Kinderzimmer, viele Einrichtungen .... Einzug hält.