Bildquelle: Ueberreuter Annette Betz Verlag
Zu Hause in der alten Eiche
von Zoë Armstrong
illustriert von Amélie Videlo
Aus dem Englischen von Karolin Viseneber
32 Seiten
1. Aufl. 11. Februar 2026
ISBN:
978-3-219-12106-3
Annette Betz Verlag
16,00€
Auf euch wartet hier ein wundervolles Sachbilderbuch
über eine alte Eiche und ihre Bewohner in und um die Eiche herum,
im Lauf der Jahreszeiten.
Ein inspirierendes Bilderbuch über die Schönheit und Faszination der Natur.
Hier treffen Sachinformationen auf eine zauberhafte, fast schon poetische Geschichte
Für Kinder ab 3,5 Jahren
Wieso bewegen sich die Bäume eigentlich nicht von der Stelle?
Dies fragt sich eine kleine Amsel, als sie feststellt, dass die alte Eiche, auf der sie so gerne saß, immer an derselben Stelle stand.
"Am Waldrand wuchs eine große Eiche.
Immer war sie da.
Sonne schien auf die Eiche.
Wind raschelte in ihren Blättern und Regen plätscherte auf die Äste.
Die Eiche stand einfach da…" (Zitat)
Während alle auf, in, unter und um die Eiche herum emsig mit dies und jenem beschäftigt waren und zum Beispiel Nester bauten stand die Eiche seit vielen hundert Jahren einfach nur da und machte nichts, so zumindest sah das die kleine Amsel und konfrontierte die alte Eiche mit ihrer Meinung.
Das wiederum hörte die weise, alte Eule und wies die kleine freche Amsel darauf hin, dass dem nicht so sei. Dass die Eiche sehr wohl beschäftigt war, und zwar mit sehr wichtigen Aufgaben.
Und was das für Aufgaben sind, erfährt nun nicht nur die Amsel, sondern auch wir, die der Geschichte lauschen.
Sie erzählte von der Wurzel mit denen sie trank, von den Blättern, die sie wachsen lässt, von den Kätzchen, die die Samen tragen und die auch Nahrung für Tiere sind.
Sie erzählt davon, dass die Eiche mit ihren Blättern das Licht einfängt und damit Nahrung herstellt und dass sie Kohlendioxid aus der Luft aufnahm und in Sauerstoff, den alle Lebewesen so dringend benötigen, umwandelt.
Ohne die Bäume, also auch die alte Eiche hätten viele Tiere, auch die kleine Amsel keine Möglichkeit Nester oder ein Zuhause zu bauen oder Schutz zu suchen. Die alte Eiche war so wichtig.
Schnell versteht die kleine Amsel und sieht, wie wichtig die Eiche für alle ist.
Aber die alte Eule weiß noch mehr. Sie erzählt auch von den Bedrohungen, der die Eiche ausgesetzt ist. Von Insekten, die die Blätter anknabbern und Äste annagen. Sie abzuwehren ist auch eine der Aufgaben, denen sich die alte Eiche stellen muss. Wie sie das macht und wer ihr dabei helfen kann, wie sie sich im Laufe der Jahreszeiten verändert und wieso und welche Tiere von ihr Leben, all das und noch ganz viel mehr erfahren wir in dieser wundervoll erzählten Geschichte, in der Sachinformationen kindgerecht mit eingebracht sind und so ganz nachvollziehbar vermittelt werden, sodass nicht nur die kleine Amsel, sondern auch wir Leser am Ende nicht nur schlauer, sondern sehr ehrfürchtig auf die alte Eiche und die Natur blicken.
Es ist wirklich zauberhaft wie die alte, weise Eule und die kleine Amsel miteinander agieren. Wie die Eule mit Geduld und den richtigen Worten erzählt und die kleine kecke Amsel immer mehr Ehrfurcht, Sympathie und Empathie entwickelt und sich sogar um die alte Eiche sorgt.
Durch die wundervollen, sprechenden Illustrationen von Amélie Videlo können wir ganz intensiv und tief mit in den Baum hineinblicken und auch Tiere / Insekten und Wachstum erleben, die wir sonst vielleicht beim Blick auf einen Baum nicht wahrnehmen (können).
Es ist schon faszinierend, was sich in und um einen Baum herum so alles tut und wie das alles in unserem Ökosystem insbesondere dem Ökosystem Wald zusammenspielt. Amélie Videlo spielt dabei mit Fokussierungen. Mal gibt es ein großes Bild mit Blick auf den Baum und das Treiben drumherum, mal fokussiert sie mit Ausschnitten wie z.B. bei einem Blick unter die Erde zu den Wurzeln hin, wo wir sehen, dass sich nicht nur die Wurzeln tief in die Erde graben, sondern dort auch Lebensraum für Tiere ist. Dann gibt es einen Blick auf ein Vogelnest, auf kleine Vögel, die Nahrung suchen, Blätter, die sich vom Boden am Stamm hochranken und es gibt eindrucksvolle, stimmungsvolle Bilder vom Baum im Laufe der Jahreszeiten und damit verbunden, wie das Licht durch den Baum dringt. Jede einzelne Zeichnung gewährt so viel mehr Blicke und Entdeckerpotential, Viel, viel mehr, als in der Geschichte erzählt wird. Vor allem werden auch das Zusammenspiel und die Abhängigkeiten der Tiere / Insekten in der Natur wunderbar deutlich.
Bei einigen Zeichnungen bekommen die Kinder ganz verklärte, träumerische Augen, da kann es auch schon mal vorkommen, dass sie "soooo schöööön!" (O-Ton) seufzen.
Hier wird dann deutlich, wie wundervoll die Natur ist und wie wundervoll dieses Buch genau diese Schönheiten einfängt.
Wir haben hier zwar ein Sachbilderbuch, doch eigentlich ist es durch die so einfühlsame Erzählweise und stimmungsvollen Illustrationen mehr ein poetisches Naturbilderbuch als ein Sachbilderbuch. Leider gibt es hierfür noch keine offizielle eigene Kategorie.
Zum Ende des Buches findet ihr noch 10 Fakten über Eichen und wie schon im Vorsatz zu sehen jede Menge Blätter von ganz unterschiedlichen Eichen. Und das ist für viele Kinder schon wieder eine Überraschung. Es gibt nicht nur eine Eiche und zur weiteren Überraschung konnten sie feststellen, dass auch die Blätter recht unterschiedlich sind. Dachten wir vorher, wir könnten ein Eichenblatt erkennen mussten selbst wir Erwachsenen feststellen, dass dem nicht so ist.
Und die kleine Amsel, die weiß jetzt auch etwas zu erzählen.
"...Die Eiche erledigt wichtige Aufgaben!" (Zitat)
Und was das für wichtige Aufgaben sind, erzählt sie seitdem all ihren kleinen Freunden, die es noch nicht wissen.
Ich bin mir ziemlich sicher, auch unsere Lesekinder werden ihr neues Wissen genauso liebevoll erzählt in die Welt tragen.
Die Geschichte regt an darüber noch etwas mehr zu sprechen und vielleicht sogar selbst zu Erforschern und weiter-Entdeckern zu werden.
Mehr zum Buch erfährst du auch auf der Seite des Verlags. Der Link führt hin:
Mehr zu Autorin und Illustratorin erfährst du auch auf deren Seiten und auf Instagram
Kurz und knapp:
Dieses wundervolle Buch wird als Sachbilderbuch vorgestellt, doch eigentlich trifft es das nicht so ganz. Leider haben wir für diese Art von Bilderbüchern noch kein eigenes beschreibendes Wort. Ihr habt hier eine wunderbar erzählte, fantasievolle, fast schon poetische Geschichte mit tollem Erzählfluss in den ganz viel Sachwissen eingebunden ist. Hauptcharaktere sind eine kecke, etwas freche kleine Amsel, die der Meinung ist, dass die alte Eiche einfach nur so herumsteht und sich nicht bewegt, während alle anderen um sie herum emsig Nester bauen, Nahrung suchen etc. Doch das hört die alte, weise Eule gar nicht gerne, sie weiß ganz viel über die alte Eiche und was sie alles so tut, was man nur eben nicht sieht. Anfangs etwas erbost über die kleine unwissende Amsel, die die alte Eiche fast schon anklagte, dass sie nichts tut, entsteht im Laufe der Geschichte, die auch durch die Jahreszeiten reist, eine ganz besondere Beziehung zwischen der alten, weisen Eule und der kleinen Amsel.
Die Eule erklärt ihr alles über die Eiche, was sie, ohne, dass wir es sehen macht und wie alles im Kreislauf der Natur zusammenhängt. Indem sie es der Amsel erzählt, erzählt sie es auch uns Lesern und die wundervollen Illustrationen geben uns auch visuell ein Gefühl für das Gehörte . Darüber hinaus bieten sie viiiiele weitere Einblicke in das Treiben in und um den Baum herum.
Ein kleiner Sachteil beschließt dann das Buch, das einfach verzaubert und irgendwie auch zum Weiterentdecken und Weitererforschen anregt.
Die Informationen, die hier vermittelt wurden, sind kindgerecht und leicht verständlich, sodass selbst jüngere Kinder eigentlich alles verstehen und nachvollziehen können.
Es ist ein wirklich richtig tolles Bilderbuch mit so unglaublich tollen, stimmungsvollen Bildern, das ich euch hiermit wirklich ans Herz legen möchte.












